Bruderschaft Jesu

Mönche sein, heute

 

 

 

Das Projekt einer Klosterfamilie in der heutigen Zeit, ist nicht die unkritische Wiedergeburt vergangener Erfahrungen, sondern der Versuch, Vergangenheit und Gegenwart in einer neuen Sprache und mit neuen Verhaltensweisen zu verbinden, die sich den „Provokationen“ Gottes und der Dringlichkeit einer neuen Konfiguration des Primates des Seins vor dem Sprechen und Handeln stellen.

Der Hauptzweck ist Zeuge Gottes zu werden, er ist das einzig wirklich Notwendige und Gute, Ursprung und andauernder Quell jeder Tätigkeit (kontemplative Dimension). Aus diesem ersten Zweck entwickeln sich zwei spezifische operative Sinngebungen, wenn auch mit ausnehmend klösterlicher Modalität: die Evangelisierung und die menschliche Förderung. Die erste wird als Vorschlag des christlichen Projektes gesehen, vor allem den jungen Menschen gegenüber, die authentische Wege in ihrem Leben suchen; die zweite als Einsatz zur Rettung und Befreiung jener, die ausgeschlossen und an den Rand des Lebens gedrängt sind (operative Dimension).

Eine Klosterfamilie, die den Zeichen der Zeit folgt: ein Kloster, das der Welt offen steht und das Risiko anzunehmen bereit ist, die Niederschläge und Hoffnungen des Menschen von heute zu teilen. Sie stellt sich in den Dienst der Kirche und jedes Menschen guten Willens, ob Gläubiger oder Nicht-Gläubiger, ihren eigenen vereinten Raum um Gott, mit einem kontemplativen-liturgischen Aspekt in seiner vielfältigen Intensität, mit dem Vorsatz ihren eigenen Glauben mehr durch das Zeugnis des Lebens als durch das Wort zu verwirklichen; aus dem Gebot des Evangeliums Gott im Menschen zu lieben, der freiwillige und qualifizierte Gegenwart im „schwierigen“ sozialen Umfeld wird, bis zur Spiritualität der manuellen Arbeit, die als kreative und gemeinschaftliche Tätigkeit gelebt wird.

Die Klostergemeinschaft Bruderschaft Jesu übernimmt mit voller Verantwortung die Aufgabe, die ihr eigen ist, Zeuge der Kraft des Evangeliums zu sein – in ihrer Eigenschaft als Pförtner der Caritas Gottes der Welt gegenüber, in der Absicht, einen gemeinsamen Weg mit den Männern und Frauen dieser Zeit zu gehen, sich den Kulturen mit einer Hermeneutik der Gemeinsamkeit zu öffnen, das Gebot der Arbeit und der Beziehungen zum Reichtum mittels einer Gütergemeinschaft zu leben, den Frieden mit Überzeugung und Kraft zu verkünden, in Ablehnung der Gewalt des Menschen über den Menschen, in der Verteidigung der Natur und der Bewahrung der Schöpfung.

Und, mit Hilfe Gottes, wird eine neue Generation von Mönchen und Schwestern leben:

  • in Klöstern, die fast lebendige Ikonen Nazareths sind, wo man Gott kennen und treffen kann, als „Einzig Notwendiger, wie die Wurzel aller Charismen und jedes Projekts des Guten;

  • in Klöstern, die das lebendige Wort des Evangeliums ausstrahlen, die Erinnerung – die heilt und rettet und lebendig macht – der Gesten und der Worte Jesu von Nazareth, denn ohne Ihn können wir nichts;

  • in Klöstern, wo endlich die vom Schöpfer gewollte Harmonie zwischen Tätigkeit und Kontemplation verwirklicht wird, zwischen  dem Opus Dei (= Leben des Gebetes und der Beziehung mit Gott) und dem Opus Caritatis (= arbeitsame caritas und Einsatz an der Seite des Menschen);

  • in  Klöstern, wo Personen verschiedener Nationalitäten, Rassen, Geschichte und Kultur sich versammeln, vereint durch die mehr aus den Taten als aus den Worten stammende Überzeugung, dass das Evangelium nicht eine Utopie, sondern die Gute Nachricht ist, die in einer Auswahl und Projekten in einem von allen überprüfbaren sozialen Umfeld umgesetzt wird, und in der, auch zivilen, Hoffnung, für jeden Menschen, der auf der Suche nach dem Absoluten ist;

  • in Klöstern, wo nichts vor die Liebe Christi gesetzt wird, wie es der Heilige Benedikt träumte;

  • in Klöstern, die mit ihrem Zeugnis eines gelebten Lebens, die Schöpfer einer neuen Evangelisierung in Italien und in Europa und Träger einer Kultur sind,  deren Inspiration die ewigen Werte des Evangeliums sein sollen.